Eine Rundfahrt durch Georgien – Vardzia, Tiflis und der Kaukasus

Auf unserer Reise durch die Kaukasus-Region ging es nach dem Aufenthalt in Aserbaidschan und der Rundfahrt durch Armenien weiter nach Georgien. Hier verbrachten wir eine ganze Woche.
Unsere Route führte uns von der armenischen Grenze nach Vardzia, weiter in den Hochkaukasus bis fast nach Russland und anschließend in die georgische Hauptstadt Tiflis, wo wir die Reise ausklingen ließen.

Der Grenzübertritt von Armenien nach Georgien war wesentlich einfacher als andersherum, sodass hier in weniger als 15 Minuten alles erledigt war. Als wir die Grenzstation verließen, merkten wir sofort, dass wir in einem anderen Land waren – die Straße war von Schlaglöchern übersät. Eigentlich war es eher ein Teppich aus Schlaglöchern mit ein bisschen Fahrbahn dazwischen. Was solls – ist ja nicht unser Auto und die Einheimischen sind es ja auch nicht besser gewohnt. In ganz Georgien sind die Straßen ziemlich schlecht – nur auf den Schnellstraßen hat man die Situation halbwegs im Griff.

Unser erstes Ziel in Georgien war die Höhlenstadt Vardzia. Auf dem Weg dorthin haben wir einen speziellen LP mit Cache besucht – ein ausgedienter Eisenbahnwaggon, der nun als Brücke über einen Fluss dient. Genial! Am Abend erreichten wir dann unsere Unterkunft rechtzeitig vor einem heftigen Regenguss. Die Landschaft war hier wieder komplett anders als in Armenien – schroffere Berge, kaum Weitblick, aber sehr sehr schön. An diesem Abend durften wir direkt die georgische Gastfreundschaft spüren – in unserer Unterkunft gab es hausgemachten Wein und ein Abendessen, was man auch zu dritt nicht geschafft hätte. Es war alles frisch zubereitet und einige Leckereien dabei. Am Abend checkten noch weitere Gäste ein – wie sollte es anders sein – Deutsche. Die Welt ist ein Dorf.


Am nächsten Morgen waren die Gewitterwolken verzogen und es stand ein heißer Sommertag bevor. Wir begannen mit einem sehr reichhaltigen Frühstück (auch das haben wir nicht geschafft), ehe es direkt mit Öffnung der Tore in die Höhlenstadt Vardzia ging. Hier wurden vor vielen Jahren Höhlen in den Berg geschlagen. In ca. 2 Stunden haben wir uns von Raum zu Raum gearbeitet und einiges über das Leben damals erfahren. Der doch etwas größere Abstecher in diese Region hat sich dafür allemal gelohnt – zur Belohnung gabs noch einen Virtual Cache.


Gegen Mittag brachen wir dann auf – die wohl längste Fahrstrecke der Reise stand uns noch bevor – es ging 7 Stunden einmal quer durch ganz Georgien, bis kurz vor die russische Grenze.
Auf dem Weg erlebten wir den schlimmsten Hagelschauer, den wir jemals erlebt haben. Autos haben auf der Autobahn unter Brücken gehalten – wir sind wie einige andere einfach langsam weitergefahren. Hagelschäden haben wir zum Glück keine festgestellt, sodass wir unsere Mietwagenversicherung nicht gebraucht haben. Kurz darauf hatten wir Tiflis rechts liegen gelassen und es ging ab sofort nur noch bergauf – bis auf 2395 Meter ü.NN. Kurz vor dem höchsten Punkt haben wir den ältesten Cache Georgiens loggen können – eine kleine Kletterpartie im Skiresort Gudauri, wo Jahreszeitenbedingt kaum was los war. Noch ein paar Kilometer voller LKW-Schlangen aus Russland kommend und dann hatten wir unser Zeil erreicht – Stepanzminda. Zimmer mit Bergblick hat man hier immer – egal in welche Richtung man schaut. Die Frage war nur, auf welchen. Den Abend ließen wir bei – wieder einmal – sehr leckerem georgischen Essen ausklingen. Das Restaurant war so voll, dass wir erst gar keinen Platz bekommen haben. Doch uns wurde angeboten, zu warten und die Wartezeit (draußen in der Kälte) mit einem hausgebrannten Schnaps zu verbringen. Gutes Zeug. Gewärmt und gesättigt ging dieser erlebnisreiche Tag vorbei. Hier im Kaukasus verbrachten wir nun die nächsten paar Tage.


Als wir am nächsten Morgen die Vorhänge aufzogen, waren wir etwas enttäuscht – es war doch recht neblig im Tal. Der Blick zum Kazbek (dem höchsten Berg in der Gegend, 5054 m) blieb uns verwehrt. Unser Tagesziel blieb trotzdem das gleiche. In den Bergen gehört eine Wanderung einfach dazu, weshalb wir uns zu einem Wasserfall aufgemacht haben. Vom Parkplatz konnten wir die russische Grenze quasi sehen. Am Vortag hatten wir sämtliche Kennzeichen fremder Länder an den LKWs erkannt – vom Iran über Kasachstan bis Tadschikistan war hier alles dabei. Es ist der einzige Grenzübergang zwischen Georgien und Russland und somit die wohl wichtigste Verkehrsachse der Russen in Richtung Südeuropa.

Der Wanderweg zum Gveleti Wasserfall war gut besucht – zurecht. Der Wasserfall ist toll anzusehen und hier bleibt man definitiv nicht trocken. Den Earthcache konnten wir loggen und auf dem Rückweg im großen Tal auch noch einen EC, sowie einen Tradi finden. Weiter ging es dann zu einem weiteren Highlight in der Region – der Gergeti Dreifaltigkeitskirche. Auch wenn die Sicht zum Kasbek immer noch nicht frei war, ließen wir uns die Kirche und den dortigen Cache nicht entgehen. Auf jeden Fall ist dies der touristischste Spot in der Region, jedoch nicht ohne Grund – es ist einfach schön hier oben.


Den nächsten Tag überließen wir komplett der Entspannung nach den anstrengenden Tagen voller Erlebnissen, langen Fahrstrecken und neuen Eindrücken. Ein Buch, Bergblick und gutes Essen sind manchmal alles, was man braucht.

Mit frischer Kraft ging es am darauffolgenden Tag weiter – jedoch nicht ohne das absolute Highlight unseres Kaukasusaufenthalts ausführlich zu genießen. Der Kazbek zeigte sich! Was für ein Berg, der Wahnsinn. Noch nie zuvor hatten wir so einen hohen Berg in unserem Leben gesehen – ein Fünftausender! Nach dem Frühstück packten wir das Auto und fuhren noch einmal hinauf zur Gergeti-Kirche, um dem Berg noch etwas näher zu sein. Gegenüber zeigte sich dann auch eine ganze reihe Viertausender – einfach nur grandios anzuschauen. Nachdem wir das Bergspektakel genossen haben, ging es auf die letzte Etappe unserer Reise – hinunter nach Tiflis.


Ein paar Zwischenstopps haben wir noch eingelegt – wir haben am höchsten Punkt des Kreuzpasses gehalten, die historische Festung Ananuri besichtigt, die Swetizchoweli-Kathedrale angesehen und von der Jvari-Kirche das Tal überblickt. Kurz vor Ankunft in Tiflis haben wir noch die „Chronik von Georgien“ besichtigt. Alle Stopps wurden auch zur Cache-Suche genutzt und wir wurden auch überall fündig. Schnell war der Tag vorbei und wir sind gerade noch vor Schließung der Mietwagen-Station unser Auto losgeworden – ohne einen einzigen Kratzer, was in Georgien fast einem Wunder gleicht. Wieder gab es leckeres georgisches Essen und guten georgischen Wein – kulinarisch kann man hier einiges erleben.


Am ersten ganzen Tag in Tiflis haben wir einige der Touri-Klassiker besucht. Dazu zählten unter anderem der Platz der Unabhängigkeit, die Friedensbrücke und natürlich der Uhrturm. Zwischendrin gab es immer wieder Caches zu finden – vor allem Earthcaches an den historischen Gebäuden der Stadt. Ein längerer Regenabschnitt am Vormittag ordnete uns zwar eine Zwangspause an – doch die niedlichen Katzen im gewählten Café versüßten uns diese Auszeit.
Tiflis ist eine sehr lebendige Stadt – an jeder Ecke gibt es etwas zu hören, zu sehen oder zu kaufen – im Stadtzentrum versucht man schon, aus den Touristen das meiste rauszuholen. Das ist zwar in jeder Großstadt so, hätten wir aber hier nicht in diesem Umfang erwartet. Zum Tagesabschluss schlenderten wir durch die Gassen der Innenstadt, und fanden uns in einem tollen Weingeschäft wieder, wo wir einen regionalen Wein probierten und mit der Besitzerin über unsere Reise und georgischen Wein geredet haben.


Der folgende Tag begann mit einer Seilbahnfahrt hinauf zum Fernsehturm im Mtatsminda Park – ein Freizeitpark, für den man keinen Eintritt zahlt, dafür für jede Attraktion einzeln. Es war früh am Morgen schon sehr heiß, allerdings war hier oben noch sehr wenig los. Trotz der Hitze musste ein Kaffee her – der im Hotel hat nix getaugt. Der Blick war hier oben auch viel besser, wir hatten eine tolle Aussicht über Tiflis und konnten vom Flughafen bis zur Chronik von Georgien alles überblicken. Nachdem wir die zwei Caches auf dem Berg gefunden hatten, ging es mit der Standseilbahn wieder hinunter – allerdings nur bis zur Mittelstation, denn dort versteckte sich ein weiterer Tradi. Wer gerne Seilbahn fährt (so wie wir), der kommt in Tiflis voll auf seine Kosten. In Tiflis gibt es fünf Seilbahnen und eine Standseilbahn, leider ist eine dieser Seilbahnen jedoch privat. Sie verbindet zwei Luxushotels miteinander und nur für Hotelgäste nutzbar.


Eine Bahn, die für alle nutzbar ist, ist die Metro von Tiflis. Hier spürt man den Sowjet-Charme noch und kann sich bei ohrenbetäubendem Lärm in den alten Waggons von A nach B kutschieren lassen. Wir haben die Metro genommen, um sie auszuprobieren und um nach den vielen Metern durch die Straßen von Tiflis ein paar Schritte zu sparen. Nahe der großen Sameba-Kathedrale stiegen wir aus und bestaunten das prachtvolle Gebäude. In Sachen Kirchen-und Kathedralenbau macht den Georgiern und Armeniern so schnell keiner was vor – das können die hier. Anschließend schlenderten wir noch durch den unterirdischen „Meidan Bazar“, ehe wir den Tagesabschluss wieder bei traditionellem georgischen Abendessen fanden.


Unser letzter Tag begann wie jener davor – mit einer Seilbahnfahrt. Diesmal dauerte die Fahrt nach oben nur ca. 2 Minuten und schon waren wir bei der Narikala Festung angekommen. Dort hatten wir abermals einen guten Blick auf die Stadt. Hier oben steht auch die „Mutter Georgiens“, die bei weitem weniger beeindruckend als ihre armenische Kollegin in Jerewan war. Nachdem wir die Caches hier oben gefunden hatten, wanderten wir durch den botanischen Garten wieder ins Tal und nutzten den letzten Nachmittag für etwas Entspannung und Bummelei in der Altstadt und ließen unsere tolle Reise durch Aserbaidschan, Armenien und Georgien Revue passieren.


Nach einer letzten Nacht in Tiflis ging es mit dem Taxi zum Flughafen, wo wir den letzten Cache in Georgien loggen konnten. Anschließend brachte uns Turkish Airlines nach Istanbul, wo wir vor der Landung noch einen tollen Rundflug über die Metropole am Bosporus bekamen. Nachdem wir während unseres Aufenthalts am Flughafen IST durch drei Earthcaches den Länderpunkt Türkei eingeheimst haben, ging es weiter in die Heimat, wo wir von einer heftigen Hitzewelle empfangen wurden.


In Georgien hat uns besonders die Landschaft gefallen. Die hohen Berge im Kaukasus waren schon sehr beeindruckend – ebenso wie die schroffen Felsen im Südosten des Landes. Die reiche Geschichte des Landes und deren Relikte sind aber ebenso wie die Kulinarik Gründe, dieses Land weiterzuempfehlen und vielleicht wiederzukommen. Etwas abenteuerlustig sollte man besonders im Straßenverkehr sein, die Fahrweise der Einheimischen und die Straßenqualität sind nichts, was auf dieser Reise zur Entspannung beigetragen hat. Wir nehmen viele tolle Eindrücke und Erinnerungen mit nach Hause.

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