Kurztrip nach Moldawien – Drei Tage in Chişinău

Während viele ihre Osterferien im Warmen verbringen und die Feiertage für eine Urlaubsverlängerung nutzen, haben wir uns dieses Jahr für einen Kurztrip nach Osteuropa entschieden.

Moldawien – amtlich Republik Moldau – mit ihrer Hauptstadt Chişinău ist nicht als typisches Reiseziel bekannt – aber mittlerweile ziemlich leicht zu erreichen. Mit dem Flugzeug erreicht man Chişinău von vielen deutschen Flughäfen direkt in ca. 2 Stunden Flugzeit – wer früh bucht, kann hier richtig gute Preise erzielen – denn die Flieger sind meist – auch durch die Nähe zur Ukraine – bis auf den letzten Platz ausgebucht.

Nach der Landung in Chisinau hat man es nicht weit in die Stadt – mit dem Taxi ist man in ca. 20-30 Minuten im Hotel, je nach Lage und Verkehr. Für den preisbewussten Reisenden fahren auch Busse vom Flughafen in die City – die Fahrkarten hier sind verdammt günstig und die Busse zuverlässig. Da wir recht spät gelandet sind, haben wir uns am ersten Abend direkt ins Hotel begeben, um am nächsten Tag fit für die Entdeckungstour durch die Moldawische Hauptstadt zu sein.

Auf einem Kurztrip nach Moldawien schafft man es natürlich nicht, das ganze Land zu bereisen – auch wenn sich dies schon rein aus historischem Blick absolut lohnen würde. Im Osten des Landes, an der Grenze zur Ukraine, befindet sich die Region Transnistrien – ein international nicht anerkannter Staat. Transnistrien entstand beim Zerfall der Sowjetunion 1990 und ist faktisch von der Zentralregierung in Chişinău unabhängig und hat sogar eine eigene Währung. Wer hier einreist, fühlt sich wohl in Sowjet-Zeiten zurückversetzt – noch tiefer, als wir das in Chişinău erlebt haben.
Wir haben uns für unseren Kurztrip zunächst dafür entschieden, die Hauptstadt der Republik Moldau zu erkunden und Transnistrien auf einem späteren Trip zu erkunden.

Unsere zwei vollen Tage in Chişinău widmeten wir fast gänzlich dem Geocaching – touristische Highlights gibt es nur wenige und diese kann man durch die Caches in der Stadt alle gut besuchen. Zum Zeitpunkt unseres Besuches gab es in Chişinău ca. 80 Caches, von denen wir etwas mehr als 60 Stück finden konnten und damit wirklich gut rumgekommen sind. Ein besonderer Fokus lag wie immer auf den verschiedenen Cachetypen und dem ältesten Cache des Landes, der sich in einem der großen Parks Chişinăus befindet.

Begonnen haben wir den ersten Tag mit einem Spaziergang durch das „Tal der Rosen“, wo wir die ersten Caches finden und uns somit den Länderpunkt sichern konnten.
Kurz darauf gab es ein persönliches Highlight für mich – die erste Riesenradfahrt meines Lebens. Zugegeben: Die Riesenräder auf den heimischen Volksfesten sind mir zu hoch, zu schnell und zu überlaufen. Hier in Chişinău sah das schon anders aus: Eine Umrundung dauert locker 7 Minuten, das Riesenrad war wesentlich kleiner als seine deutschen Kumpels und die Gondeln waren alle leer. Gute Voraussetzungen also, oder? Weit gefehlt. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass hier wohl seit vielen Jahren kein Gelenk mehr geschmiert wurde, geschweige denn Rostschutzfarbe aufgebracht wurde. Was solls – beim Blick auf die Preise, und spätestens als die ersten Einheimischen in das bunte Freizeitgefährt einstiegen, hat uns der Ehrgeiz gepackt. Für 60 Moldawische Leu – also 3,00€ durften wir zu zweit einsteigen und mitfahren – was für ein Abenteuer! Sofort fühlten wir uns in die 80er Jahre zurückversetzt und durften Chişinău von oben betrachten – ganz ohne TÜV-Plakette! Auf jeden Fall ein einprägendes Ereignis und eine Riesen-Gaudi.


Weiter ging es zum Bahnhof Chişinău, von wo aus man mit Nachtzügen im Sowjet-Stil nach Kiew oder Bukarest reisen kann. Der Bahnhof lud mit seinen Marmor-Säulen in der Bahnhofshalle zum lösen eines Earthcaches ein und konnte sogar an einer abgestellten Lok mit einem Tradi locken. Wir bahnten uns weiter den Weg durch die Stadt und konnten noch einige Smileys auf die Karte zaubern. Wir hatten sogar das Glück, dass die Touristinformation entgegen Ihrer Öffnungszeiten geöffnet war und wir so eine der beiden Letterboxen Moldawiens loggen konnten. Auch alle anderen Nicht-Event-Typen konnten wir finden und somit schon einen großen Teil unserer Wunschliste abhaken.


Nach den vielen Caches brauchten wir eine Pause – gut, dass man in Moldawien auch kulinarisch nicht zu kurz kommt. Durch seine fruchtbaren Böden und mildes Klima ist Moldawien unter Kennern auch als Weinregion bekannt und auch der größte Weinkeller der Welt – Mileștii Mici – befindet sich nur unweit von Chişinău. Im Stadtzentrum gibt es mehrere Weinlokale, wo man die besten Tropfen des Landes für einen schmalen Taler probieren kann.
Gegen den Hunger gibt es natürlich auch etwas – beim Abendessen im „La Plăcinte“, einem typischen Moldawischen Restaurant – haben wir unseren Hunger gestillt und die einheimische Küche genossen. Der Rückweg zum Hotel gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht, da die Buslinien zu später Stunde schon im Nachtverkehr unterwegs waren – somit haben wir den Rückweg zum Hotel zu Fuß angetreten.


Der Ostersonntag begann für uns wie der Tag davor mit einem Spaziergang im Park – diesmal im Valea-Morilor-Park. Eine Gruppe Geocacher aus Tschechien lud hier zum CITO mit anschließendem Event ein, was für uns 2 weitere Cachetypen in Moldawien bedeutete. Viel Müll kam nicht zusammen, doch im Park konnten wir neben dem ältesten Cache des Landes auch den Virtual beim „Kleinen Prinzen“ finden.
Ein paar Earthcaches, Tradis und sowjetisch anmutende Gebäude später fanden wir uns zum Abendessen im „La Plăcinte“ wieder. Never change a running system. Außerdem haben wir am Vorabend keinen Nachtisch mehr geschafft und die Torte sah sooo gut aus! War sie übrigens auch.


Ein Kurztrip ist kurz – deshalb ging es am Ostermontag auch schon wieder zurück. Bis zum Abflug war aber noch etwas Zeit, also haben wir uns vom Taxifahrer etwas abseits des Flughafens absetzen lassen. Hier konnten wir noch ein paar Tradis und einen Multi einsammeln. Der kleine Flughafen Chişinău ist ziemlich klein, aber sehr effizient, sodass wir nach einem leckeren Frühstück pünktlich in Richtung Deutschland abhoben und somit auch dieser Trip beendet war.

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