Unterwegs in Aserbaidschan – Der Beginn unserer Reise durch die Kaukasus-Region

Bei der Reiseplanung stößt man immer wieder auf Regionen, in denen es sich einfach anbietet, mehrere Länderpunkte miteinander zu kombinieren. Die drei Länder Georgien, Armenien und Aserbaidschan im Süden des Kaukasus lassen sich perfekt in einem Trip bereisen – und dies haben wir diesen Sommer getan.

Wer in den letzten Jahren das politische Geschehen in dieser Region etwas verfolgt hat, der weiß, dass das gemeinsame Bereisen dieser drei Staaten nicht ganz so einfach ist, wie es auf den ersten Blick auf den Globus erscheint. Durch den Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien gibt es nach wie vor Einschränkungen für Einheimische und Reisende. Die politische Situation schränkte die Wahl der Reiseroute zu unserem Reisezeitpunkt gleich in mehreren Punkten ein:

  1. Aserbaidschan hat keine geöffnete Landgrenze, sodass man ausschließlich per Flugzeug ein-& ausreisen kann. Zum Glück gibt es zahlreiche Flugverbindungen in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku, direkt oder mit Umstieg.
  2. Die Weiterreise ist nur nach Georgien möglich, da keine Direktflüge nach Armenien angeboten werden.
  3. Durch den Konflikt kann es an der jeweiligen Grenze zu längeren Befragungen kommen, wenn die Grenzbeamten den Stempel des jeweils anderen Landes im Reisepass sehen. So ging es uns an der Grenze von Georgien nach Armenien.

Aufgrund der Gegebenheiten haben wir uns dafür entschieden, von Deutschland nach Baku zu fliegen und Aserbaidschan anschließend per Flug nach Tiflis zu verlassen. Von Tiflis aus ging es mit dem Mietwagen zuerst durch Armenien und zum Schluss durch Georgien. Die Mitnahme des Mietwagens nach Armenien ist kein großes Problem, wenn man sich rechtzeitig um den Papierkram kümmert.

Unser erster Stopp war also Baku in Aserbaidschan, wo wir am Abend landeten und nach Abholung des Mietwagens unser Hotel in der Innenstadt beziehen konnten. Bereits in den ersten Stunden waren wir von Baku begeistert – vom Aussteigen aus dem Flugzeug dauerte es keine 10 Minuten, bis wir unser Gepäck in der Hand hatten und vor dem imposanten Flughafengebäude standen. Die Fahrt in die Altstadt von Baku führte uns vorbei an einer modernen Skyline, die in der Dunkelheit in 1000 Farben leuchtete – Wahnsinn!

Die Altstadt hingehen ist das komplette Gegenteil – ein historisches Gebäude neben dem anderen. Man kommt sich vor, als hätte man eine Zeitreise gemacht. In den engen Gassen war auch zu später Stunde noch gut was los – die Geschäfte waren noch offen und die Restaurantterrassen bei sommerlichen Temperaturen entsprechend voll. Nachdem wir einen Parkplatz für unser Cachemobil auf Zeit gefunden hatten, haben wir uns direkt von der Aserbaidschanischen Gastlichkeit überzeugen lassen und die einheimischen Spezialitäten probiert.


Nachdem wir am nächsten Tag das Hotelfrühstück fast verschlafen hätten, ging es mit dem Auto raus aus der Stadt zum Cachen und Erkunden der Umgebung. Rund um Baku gibt es einige interessante Caches, die zu geologisch interessanten Orten führen. Der erste Tag war somit ausschließlich Earthcaches vorbehalten.
Auf dem Highway ging es vorbei an Schafen und recht karger Landschaft zuerst zum „Besh Barmag Mountain“, der 382 Meter über dem Kaspischen Meer thront. Von hier hat man einen tollen Blick entlang der Küste bis nach Baku und kann oben einen Earthcache loggen. Der Weg hierher war etwas abenteuerlich, da nur ein schlammiger Feldweg hier hinauf führt, den unser Mietwagen aber gut bewältigt hat.


Nachdem wir wieder zurück auf der Hauptstraße waren, führte uns der Weg in ein Tal voller bunter Berge, den sogenannten „Candy Cane Mountains“, die ihren Namen der rot-weiß-gestreiften Färbung zu verdanken haben. Auch hier gab es Earthcaches und unsere erste Begegnung mit den einheimischen Straßenhunden, die aber nur neugierig waren. In allen drei der bereisten Länder sind wir immer wieder Straßenhunden begegnet, die aber wie alle anderen freilaufenden Tiere (vor allem Schafe und Esel) friedlich zu uns waren.

Ein weiteres Highlight, welches wir heute ansteuerten, war der „Yanar Dağ“ – zu deutsch „brennender Berg“. Hier brennt seit vielen Jahren ein Feuer, welches durch aus der Erde austretendes Erdgas gespeist wird. Man hat dieses Naturphänomen touristisch aufgezogen und eine Art „Amphitheater“ um die Flammen gebaut – schön gemacht und auch nicht teuer zu besuchen.

Ein Ende war noch nicht in Sicht, denn es gab heute noch zwei weitere Stopps: Der Pink Lake wartete noch auf uns – ein See, der durch Salz, Licht und spezielle Mikroorganismen so aussieht, als hätte jemand pinke Farbe reingekippt. Den Abschluss fand unser Mini-Roadtrip an einem Feuertempel im Osten der Stadt, wo ewige Flammen brennen und man die alten Mauern besichtigen kann.


Mit einem wunderbaren lokalen Abendessen ging dieser Tag zuende und am Ende hatten wir 7 Earthcaches, viele Fotos und tolle Erinnerungen in der Tasche.

Am zweiten Tag standen wieder geologische Highlights an. Südlich von Baku gibt es Schlammvulkane, in deren Nähe sich auch der älteste Cache Aserbaidschans befindet. Auch hier war die Anfahrt etwas holprig, aber dennoch leichter als am Vortag zum Besh Barmag Mountain. Wir parkten das Auto mitten in der wüstenähnlichen Landschaft und bewältigten die letzten Höhenmeter zum Cache zu Fuß, während uns die einheimischen Guides mit ihren Ladas überholten. Das Erbe der Sowjetunion ist hier vor allem auf den Straßen sichtbar.

Das Gelände, auf dem sich die Schlammvulkane befinden, ist ca. so groß wie ein Fußballfeld und dort gibt es viele kleine und eine handvoll größere Schlammvulkane. Wir fanden es total cool, sowas einmal zu sehen und vor allem in einer solch bizarren Wüstenlandschaft zu sein. Natürlich durfte das ein oder andere Foto nicht fehlen und den ältesten Cache des Landes haben wir auch ganz nebenbei noch finden können.


Auf dem Rückweg nach Baku haben wir einen Abstecher zum UNESCO-Welterbe Qobustan gemacht. Hier kann man in einer bizarren Felsformation uralte Felsmalerei bestaunen – ein lohnenswerter Stopp. Selbstverständlich gab es auch hier einen Earthcache und zum Glück mehrere Eisverkäufer – diese Abkühlung war bei 33 Grad Außentemperatur bitter nötig.

Wir setzten unsere Rückfahrt nach Baku fort und konnten dabei eine Produktionsstätte für Bohrinseln, sowie die weltweit erste industrielle Ölpumpe aus dem Jahr 1846 sehen. Aserbaidschan gehört zu den 30 größten Erdölnationen der Erde – die Erdölgewinnung ist heute noch ein großer Industriezweig im Land.


Den Nachmittag verbrachten wir in Baku, wo wir noch den Palast der Schirwanschahs besuchten (sehr empfehlenswert), sowie die weltweit größte Sammlung an Miniaturbüchern bestaunen konnten. Die Caches in der Innenstadt sollten natürlich auch nicht ungesucht bleiben und so ging auch dieser Nachmittag schnell ins Land.


Baku hat uns sehr gut gefallen – der Mix aus Tradition und Moderne ist total spannend und hier findet wirklich jeder etwas, was ihm gefällt. Die Geologischen Highlights im Umland von Baku sind einmalig und ein Besuch dieser wirklich lohnenswert. Viele Caches gab es nicht – dafür wurden wir bei keinem enttäuscht und immer zu interessanten Orten geführt. Wer die Chance hat, hier 3 Tage oder mehr zu verbringen, der sollte dies unbedingt tun.

Nach einer weiteren Nacht in Baku ging es am nächsten Morgen zum Flughafen und per Direktflug weiter nach Tiflis, wo wir den nächsten Reiseabschnitt starteten.

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