Südafrika Teil 1 – Safari und Länderpunkthopping

Südafrika – mittlerweile irgendwie zum Trendreiseziel geworden, und doch ziemlich exotisch. Auch wir wollten uns mal angucken, was jährlich bis zu 300.000 Deutsche in das südlichste Land des Afrikanischen Kontinents lockt – und ob sich das auch für Geocacher lohnt.

Bei der Planung dieser Reise war für uns gleich klar, dass wir so viel vom Land sehen wollen, wie es geht und auch die beiden Länderpunkte Eswatini und Lesotho sollten nicht fehlen.
Wir entschieden uns für folgende Route:
Johannesburg – Krüger Nationalpark – Eswatini – Drakensberge – Lesotho (Sani Pass) – Durban
Von Durban aus ging es per Flug nach Gqeberha (ehem. Port Eilzabeth), von wo aus wir uns auf die Garden Route begaben und dann Oudtshoorn, das Kap Agulhas und am Ende Kapstadt und Umgebung besuchten.

Begonnen hat auch diese Reise am Flughafen Frankfurt. Dank unserer Treue zur Lufthansa durften wir uns diesmal auf dem Hinflug einen kleinen Traum erfüllen und in der Business Class im Upper Deck der Boeing 747 Platz nehmen. Einfach ein tolles Erlebnis, in diesem doch mittlerweile sehr seltenen Flugzeugtyp oben zu sitzen und den Nachtflug nach Johannesburg im liegen zu verbringen. Die Zeit verging wortwörtlich wie im Flug und nach einem Go-Around im Landeanflug setzten wir nach zehneinhalb Stunden Flug in Johannesburg auf.

Johannesburg selbst ist nicht wirklich sehenswert – Eine Großstadt mit viel Kriminalität, Dreck und Armut. Außer zwei Virtuals gab es für uns auch cachetechnisch nix zu holen. Dennoch eignen sich zwei Orte in dieser Stadt als Einstieg in eine Südafrika-Reise ganz besonders: Das Apartheid Museum und der Constitution Hill. Hier erfährt man viel über Südafrikas Vergangenheit – und wie es heute, über 30 Jahre nach der Apartheid, aussieht. Eine absolute Empfehlung! Vor Allem der Besuch des Apartheid Museums hat uns ziemlich mitgenommen.


Nach dem geschichtlichen Einstieg ins Land und etwas Akklimatisierung ging es an Tag 3 weiter auf unserer Route – in den Nordosten des Landes, vor die Tore des Krüger-Nationalparks. In den nächsten Tagen erwarteten uns mehrere Safaris im Nationalpark und eine Tour entlang der Panorama-Route – als Quartier diente eine Safari-Lodge in Hazyview. Die Fahrt von Johannesburg in die Krüger-Region zog sich ziemlich in die Länge, doch nach 5 Stunden erreichten wir endlich unsere Lodge. Wer Johannesburg weglassen möchte, dem empfehlen wir eine Umsteigeverbindung mit dem Flugzeug, dann kann man nämlich direkt in den Krüger-Nationalpark fliegen und spart sich somit die Fahrerei.

Eine Afrikareise ohne Safari – das klingt unvorstellbar. Und doch wäre es fast so gekommen:
In den Wochen vor unserer Reise hatte es ein großes, mehrtägiges Unwetterereignis gegeben. In dieser Zeit ist so viel Regen gefallen, dass der Krüger Nationalpark zwischendurch geschlossen und die Camps im Park per Helikopter evakuiert werden mussten. Es gab viele Schäden zu verzeichnen, einige Camps und Straßen hat es stark getroffen und die Wiederaufbauarbeiten werden wohl auch noch eine Weile dauern. Zu unserem Glück hörte der Regen rechtzeitig vor unserer Reise auf, sodass zumindest die asphaltierten Straßen im Park wieder geöffnet werden konnten – andere Reisende hatten da etwas weniger Glück. Vor Ort war übrigens keine Rede von den verheerenden Unwettern, diese unschöne Seite der Natur wollte man den Touristen wahrscheinlich nicht zeigen.

In den nächsten Tagen fuhren wir dreimal in den Nationalpark – während einer Abend- und zwei Ganztagessafaris konnten wir die faszinierende Tierwelt Südafrikas bestaunen. Es waren wirklich atemberaubende Begegnungen dabei und uns sind viele tolle Fotos gelungen. Auch wenn es mit den Big Five nicht ganz geklappt hat (die Nashörner haben sich vor uns versteckt), waren die Tage im Krüger-Nationalpark einfach Klasse und ein echtes Erlebnis!


Auch wenn der Fokus im Nationalpark selbstverständlich auf den Tierbeobachtungen lag, konnten wir ein paar Funde verbuchen, denn den ein oder anderen Cache gibt es dort auch. Diese befinden sich hauptsächlich in den Camps, aber es gibt auch ein paar Virtuals und Earthcaches in der Wildnis. Alles andere wäre lebensgefährlich 😉

Nach den Tagen voller Tierbeobachtungen setzten wir unsere Reise fort: Nachdem wir unseren Mietwagen am Flughafen Mpumalanga abgeholt hatten, wartete ein neuer Länderpunkt auf uns: Eswatini.
Nach einer etwas wirren Einreiseprozedur hatten wir die Stempel im Pass und konnten am Abend unsere Unterkunft in einem der nationalen Big Game Reserves erreichen. Hier laufen – wie im Krüger Nationalpark – frei herum, jedoch muss man hier keine Angst haben, von Löwen oder ähnlichen Raubtieren zerfleischt zu werden. Die Warzenschweine und Springböcke waren völlig harmlos. In und an den Gewässern allerdings waren wir etwas vorsichtiger, denn Krokodile und Flusspferde sind doch etwas angriffslustiger. Den Länderpunkt konnten wir uns gleich in der Nähe unserer Unterkunft sichern. Am Abend wohnten wir einem traditionellen Tanz bei, der wohl extra für eine große Reisegruppe aus Frankreich, die auch hier übernachtete, organisiert wurde.


Nach einer Nacht zwischen Warzenschweinen, Gnus und Springböcken ging es am nächsten Tag weiter in Richtung Drakensberge. Nach fast 7 Stunden auf der Straße erreichten wir diese dann in einer spektakulären Witterung – Sonne, Regen, Gewitter, Regenbogen – alles war dabei. In dieser Region haben wir uns ein Weingut, einige Bauernhöfe und den Royal Natal Nationalpark angeschaut, wo wir neben einem natürlichen Pool auch einige Caches finden konnten.


Weiter ging die Reise gen Süden, die Drakensberge immer im Blick, in Richtung Underberg und weiter an den Fuß einer der legendärsten Passstraßen der Welt – dem Sani Pass.
Dieser überwindet auf einer Länge von 6,5 km ca. 1330 Höhenmeter und ist damit die drittsteilste Passstraße der Welt und mit seinem Ziel auf 2873 Metern über N.N. der höchste Pass Südafrikas.
Noch Interessanter als diese Fakten ist aber das Ziel, was man erreicht, wenn man diesen Pass mit einem Allradfahrzeug bezwingt – das Königreich Lesotho, genauer gesagt dessen Hochland. Neben der spektakulären Landschaft, die sich komplett von allem abhebt, was wir bisher in Südafrika gesehen haben, gibt es hier noch einige andere Dinge zu entdecken. Wir fuhren nach dem Erklimmen des Sani Pass und loggen des zugehörigen Virtuals noch etwas weiter bergauf, auf den sogenannten Black Mountain. Nun waren wir auf 3240m Höhe über dem Meeresspiegel – der nächsthöhere Punkt in Afrika ist gen Norden der Kilimandscharo. Unser Guide, der uns übrigens auch den Pass hinaufgefahren hat, hat uns anschließend einen Besuch eines traditionellen Dorfes ermöglicht, um zu erleben, wie die Einheimischen hier ihren Alltag bestreiten. Long story short: Einfach, aber glücklich. Nach etwas Heimatkunde ging es dann weiter zu einem touristischen, aber trotzdem besonderen Ziel: Dem höchsten Pub Afrikas. Dieser befindet sich ein paar Meter hinter der Grenze, mit tollem Ausblick in Richtung Südafrika. Und ja, hier gibt es sogar einen Tradi, den man sich an der Theke „erfragen“ muss. Neben einem leckeren Mittagessen, einem einheimischen Bier und bestem Wetter gab es dann noch ein weiteres Highlight: Wir konnten auf dem Weg zurück nach unten, im Niemandsland zwischen Lesotho und Südafrika gleich zwei FTF’s auf Earthcaches abstauben! Man muss eben auch mal etwas Glück haben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
Fazit zum Sani Pass: Ein einmaliges Erlebnis, welches wir uneingeschränkt weiterempfehlen können! Das war definitiv einer der cooleren Länderpunkte mit dem besonderen Abenteuer-Faktor.


Mit dem nun dritten Länderpunkt auf diesen Trip in der Tasche waren wir echt erleichtert, dass bisher alles so gut geklappt hat und uns das Wetter den Länderpunkt Lesotho nicht vermasselt hat. Nun konnten wir also voller Eindrücke und Vorfreude auf den zweiten Teil der Reise gehen. Von Durban flogen wir nach Gqeberha, von wo aus wir in Richtung Kapstadt weiterreisten. Dazu mehr in Teil 2.

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