Südafrika Teil 2 – Von Gqeberha bis Kapstadt
Nach dem ersten Teil der Reise ging es nach der Landung in Gqeberha (ehemals Port Elizabeth) weiter entlang der Südküste Südafrikas.
Gleich am Tag nach unserer Ankunft an der Küste wartete das nächste Highlight dieser Reise auf uns: Ein Besuch im Addo Elephant National Park. Dieser Park ist wesentlich kleiner als der Krüger-Nationalpark und bietet eine andere, aber nicht völlig unterschiedliche Tierwelt. Wie der Name schon sagt, gibt es hier eine große Anzahl an Elefanten, die man hier in großen Gruppen sehen kann. Wir haben uns dazu entschieden, den Park als Selbstfahrer mit unserem Mietwagen zu erleben, was eine gute Wahl war, denn im Park lässt sich es super einfach navigieren und hier kann man aufgrund der geringeren Vegetation auch aus niedriger Höhe sehr gut in die Ferne schauen. Das Klima hier im Süden ist wesentlich trockener als im Krüger NP, deshalb versammelten sich die meisten Tiere an diesem heißen Tag rund um die Wasserlöcher, was Sichtungen sehr leicht machte. Wir hatten wieder eine tolle Zeit bei vielen Tierbeobachtungen und konnten auch einige Caches im Park loggen. Diese befinden sich natürlich an Stellen, an denen man aus dem Fahrzeug aussteigen darf.




Weiter ging es entlang der Garden Route westwärts – zunächst bis Plettenberg Bay. Hier erwartete uns ein toller langer Strand, an dem es nicht nur ein paar Letterboxen zu finden gab, sondern auch Delfine, die sich nicht weit vom Ufer im Wasser tümmelten. Was für ein Schauspiel!
Eigentlich wollten wir noch die Wanderung im Robberg Nature Reserve machen, doch das Wetter spielte den Rest des Tages leider nicht mit, sodass wir uns für einen frühen Aufbruch am nächsten Tag entschieden haben. Der erste Stopp an jenem Tag war Knysna, einem touristischen Städtchen am Wasser. Hier lässt es sich sicher gut Urlaub machen, doch wir waren nur für die Seepferdchen hier, die hier aktiv geschützt werden und sich im Nationalparkcenter ohne Eintritt bestaunen lassen. Tolle Tiere! Anschließend ging es zu einem Strandspaziergang nach Buffels Bay, einem Eldorado für Paraglider!
Lange hielten wir uns hier nicht auf, denn wir hatten noch einen Termin kurz vor unserem Tagesziel Oudtshoorn: Auf dem Revier der Chandelier Game Lodge kann man für ein geringes Entgelt bei der Giraffenfütterung dabei sein und diese sogar selbst übernehmen! Das war ein absolut einmaliges Erlebnis – so nah kommt man diesen Tieren nicht oft!
Tierisch ging es weiter – auf dem Grundstück unserer Unterkunft nördlich von Oudtshoorn gab es jede Menge Straußen und andere Tiere. Das Abendessen wurde auch tierisch – Straußenburger. Sehr lecker!




Der nächste Tag hatte ein volles Programm und auch diesmal ging es mit einem Highlight los: Der Wecker klingelte kurz vor 5 Uhr – denn wir trafen uns kurz vor 6 Uhr mit vielen weiteren Tierfreunden mitten in einer trostlosen Steppenlandschaft. Was will man zu solch einer gottlosen Uhrzeit in der Steppe? Caches gab es weit und breit keine, aber versteckt hielten sich die Objekte der Begierde trotzdem…bis zu dem Zeitpunkt, an dem der erste Kollege hungrig wurde und das Tageslicht erblickte:




Erdmännchen in freier Wildbahn – ein absolut unglaubliches und einmaliges Erlebnis, diese niedlichen Tiere so erleben zu können! Pünktlich zum Frühstück waren wir zurück in der Unterkunft, von wo aus wir zum nächsten Ziel des Tages aufbrachen – den Cango Caves. Diese gehören zu den wohl schönsten Höhlenformationen der Welt. Auch wenn die Höhlen wirklich beeindruckend waren, sollte hier dringend etwas getan werden, um den Besucheransturm etwas einzudämmen, denn über 3000 Personen pro Tag sind auch laut unserem Guide wahrlich nicht förderlich für den Erhalt der natürlichen Strukturen. Am späten Nachmittag besuchten wir dann noch zwei Weingüter in Calitzdorp und schlossen den Tag mit einem Cachefund nahe unserer Unterkunft ab.



Unser nächstes Ziel – das Kap Agulhas – ist nicht nur von geografischer und mariner Bedeutung, sondern auch für Geocacher nicht ganz uninteressant. Schließlich kann man hier den südlichsten Cache des afrikanischen Kontinents finden und damit sicher die ein oder andere Challenge erfüllen. Am Kap Agulhas treffen sich der Indische und der Atlantische Ozean – was vor Ort mit einem entsprechenden Schild gewürdigt wird. Wir sind eine ganze Weile am Kap herumgelaufen und haben einige Caches finden können – und die Reste eines im Jahr 1982 auf Grund gelaufenen Schiffs.



Nach diesem geografischen Exkurs haben wir uns auf die letzte längere Fahrt dieser Reise begeben – vom Kap Agulhas nach Kapstadt. Die letzten 4 Nächte verbrachten wir hier und rundeten die Reise mit weiteren Highlights ab.
Die Gegend rund um Kapstadt ist für ihre hochqualitativen Weine bekannt. Rund um Stellenbosch und Franschhoek – nordöstlich der „Mother City“ gibt es zahlreiche Weingüter. Um diese Vielfalt so gut wie möglich zu erleben, haben wir uns für eine Tour mit dem „Vine Hopper“ entschieden – einem Hop-On-Hop-Off-Bus, der an verschiedenen Weingütern stoppt und so für ein entspanntes Erlebnis sorgt. Wir haben viel über die Region und den Weinanbau erfahren und so einige gute Tropfen probiert. Auf jeden Fall ein Erlebnis, denn so eine hohe Weingutdichte dieser Qualität findet man nicht so häufig auf dem Globus.



An den letzten zwei Tagen wurde es noch einmal sehr touristisch – denn Kapstadt ist neben dem Krüger Nationalpark einer der Touri-Anlaufpunkte Südafrikas.
Das Kap der guten Hoffnung bzw. die ganze Kap-Halbinsel ist eine DER Touri-Magneten hier. Auch wir haben diese Tagestour unternommen – und wurden nicht enttäuscht. Von tollen Aussichten am Chapmans Peak Drive, dem Besuch des südwestlichsten Punkt Afrikas bis hin zum Besuch der Pinguine am Boulders Beach war alles dabei. Natürlich konnten wir auch einige Caches loggen, denn natürlich gibt es an diesen touristischen Hotspots nicht zu wenige Caches.




Das touristische Wahrzeichen Kapstadts – der Tafelberg – darf auf einer Südafrika-Reise natürlich nicht fehlen, und so ging es am letzten Tag mit dem Uber zur Seilbahn. Nach 2,5 Stunden Wartezeit durften wir die Gondel besteigen und nach oben fahren und den spektakulären Ausblick auf Kapstadt – und in die andere Richtung auf die Kap-Halbinsel – genießen. Natürlich gibt es auf dem Tafelberg auch einige Caches, die wir alle finden konnten, ehe wir uns wieder in die Schlange stellten, um die Fahrt nach unten anzutreten. Auch wenn wir an diesem Tag echt lange gewartet haben, hat sich der Ausflug hier hinauf wirklich gelohnt!



Den Abend und den nächsten halben Tag verbrachten wir an der Waterfront, dem wohl sichersten und touristischsten Viertel in ganz Südafrika. Hier steht an jeder Ecke Security und es gibt einen Shop neben dem anderen. Es war zwar schön, sich mal frei bewegen zu können, aber dennoch nicht wirklich unser Geschmack. Die Restaurant-Vielfalt hier hingegen schon.




Am Nachmittag ging es dann zum Flughafen, von wo aus wir mit einem kleinen Abstecher nach Dubai wieder nach Hause geflogen sind und auch diese Reise zuende ging.
Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zum Thema Sicherheit und Geocaching in Südafrika loswerden:
Geocaching in Südafrika ist – wie eigentlich das ganze Leben – anders als in Europa. Es gibt durchaus eine hohe Cachedichte, was man im außereuropäischen Ausland nicht immer erwarten kann. Dennoch haben wir uns dafür entschieden, Geocaches nur an offensichtlich sicheren Orten zu suchen. Drive-Ins, wie man sie in Deutschland an jeder Ecke findet und die wir zuhause auch sicher geloggt hätten, haben wir hier aus Sicherheitsgründen liegen gelassen.
Aber warum?
Südafrika hat eine sehr hohe Kriminalitätsrate – hier gibt es täglich ca. 75 Morde – das ist mehr als 100-mal so viel, wie in Deutschland – und das, obwohl Südafrika weit weniger Einwohner hat, als Deutschland. Der Grund, warum diese Morde begangen werden, ist in den meisten Fällen bitterste Armut, aus der die Täter keinen anderen Ausweg sehen, als Menschen zu ermorden, die mehr haben. So werden auch häufig Touristen zu Opfern, die offensichtlich einen gewissen Wohlstand haben. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder von bewaffneten Überfällen auf Mietwagen berichtet, die natürlich leicht von außen zu Erkennen sind.
Wir haben zu keiner Zeit auf unserer Reise Kriminalität gesehen, erlebt oder im nahen Umfeld auf unserer Reise davon mitbekommen. Tausende Menschen reisen jährlich in dieses wundervolle Land, ohne dass etwas passiert, aber dennoch ist die Gefahr da und man sollte den Respekt davor bewahren. Wenn man gewisse Grundregeln beachtet, steht einem sicheren Urlaub in Südafrika nichts im Wege – und für einen Cache sollte man niemals seine Sicherheit aufs Spiel setzen.
Wir konnten trotz den Umständen alle unsere im Vorfeld gesetzten Geocaching-Ziele erreichen und haben durch unser Hobby wieder Orte kennengelernt, an die wir ohne Geocaching nie hingekommen wären.
