Irland – Zwischen Guinness, Whiskey und Schafen
Eigentlich vermeide ich es, Länder doppelt zu bereisen, doch bei diesem Reiseziel wäre das wirklich sehr schade, dies nicht zu tun. Nach meinem Kurztrip nach Dublin im Jahr 2018 war ich von diesem Land schon etwas angefixt und somit habe ich mit meiner Freundin und meinem Vater, der sich schon lange eine Reise ins Land des Whiskeys wünschte, einen neuen Trip auf die grüne Insel gebucht.
Neben dem Erkunden der Insel, einigen touristischen Highlights und einigen Pub-Abenden sollte natürlich auch Geocaching nicht zu kurz kommen, und so hatten wir einen gut gefüllten Plan für die 8 Tage.
Begonnen hat die Reise wie meistens für uns mit einer ICE-Fahrt zum Frankfurter Flughafen, von wo aus wir mit der Lufthansa gen Irland starteten. Mittlerweile ist die Lufthansa echt unsere Stamm-Airline geworden, hier weiß man einfach was man bekommt und das zu einem guten Preis. Während wir Frankfurt bei grauem Novemberwetter hinter uns ließen, landeten wir in Dublin unter blauem Himmel an einem tollen Herbstabend.
Den ersten Abend verbrachten wir so, wie es wahrscheinlich die meisten Touristen machen – im Temple Bar Viertel. Auch wenn es hier nicht das beste und schon gar nicht das günstigste Guinness der Insel gibt, muss man dieses Viertel mindestens einmal im Leben erlebt haben. Rappelvolle Pubs, in denen fast rund um die Uhr Live-Musik gespielt wird, gibt es wohl in dieser Dichte nicht noch einmal auf dieser Welt.
2018 hat das durchschnittliche Pint (so nennt man hier ein Glas Bier, bezogen auf die Maßeinheit 1 Pint = 568 ml), war hier 2018 Jahren schon richtig teuer (ca. 7€), mittlerweile sind die Preise zweistellig. Dafür zahlt man aber keinen Eintritt für die Musik, kann man schon mal machen und wer das nicht erlebt hat, hat definitiv was verpasst.



Nach dem leckeren Irish Breakfast in unserem Hotel ging es am nächsten Tag auf Sightseeing- und Cache-Tour durch Irlands Hauptstadt. Die Stadt am Liffey besticht vor allem durch ihre alten Gebäude, der Pub-Kultur und natürlich die ein oder andere touristische Attraktion. Für Geocacher gibt es hier auch einiges zu holen – sei es einer der zahlreiche Earthcaches, ein Kneipentour-Virtual oder einfach ein frech versteckter Tradi, hier wird einem definitiv nicht langweilig.
Als Freunde der Hopfenbrühe stand heute der Besuch des „Guinness Storehouse“ an – eine Erlebniswelt rund um das berühmte Bier direkt am Brauereistandort St. James Gate, mitten in Dublin.
Natürlich durfte der entsprechende Cache nicht fehlen, den wir vor den Toren der Brauerei loggen konnten. Ein paar Meter weiter konnten wir auch das benötigte Foto für einen Virtual schießen. Der Besuch der Brauerei lohnt sich wirklich und ist sehr zu empfehlen – man lernt hier wirklich einiges über die Geschichte und Herstellung des wahrscheinlich bekanntesten Bieres der Welt und hat am Ende einen wunderbaren Blick auf die Stadt.
Kleiner Tipp: Bucht die Tickets rechtzeitig online, dann sind sie etwas günstiger.




Den Rest des Tages verbrachten wir cachend in der Stadt und konnten dabei hauptsächlich ECs und Virtuals loggen.
Auch wenn Dublin eine coole Stadt ist – Irland hat noch viele weitere Highlights, die wir uns anschauen wollten. Mit einem Mietwagen verließen wir also am nächsten Morgen die Stadt und begannen unsere Rundreise über die Insel mit einem echten Geocaching-Highlight.
Wer bei Geocaching an Irland denkt, dem fällt sofort GC43 ein – Europe’s First – der erste Cache, der jemals in Europa gelegt wurde und immer noch aktiv ist. Dieser befindet sich auf dem Bray Head, einem kleinen Berggipfel direkt an der Ostküste Irlands, nahe des Ortes Bray südlich von Dublin. Ich habe diesen Cache bereits bei meinem Besuch 2018 geloggt, doch meiner Freundin fehlte er noch im Jasmer-Puzzle. Damals habe ich den Weg von Dublin nach Bray mit dem Zug bestritten – was ich nur empfehlen kann, da die Bahn an der Küste entlang fährt. Diesmal also mit dem Mietwagen und zu einer etwas anderen Location, denn der Cache ist etwas den Berg hinaufgewandert. Rund um den GC43 gibt es noch einige andere Caches, die man besuchen kann, unter anderem eine Letterbox und einen Wherigo.



Nach unserer kleinen Wanderung führten wir unsere Reise fort und steuerten unser Tagesziel, Kilkenny, an. Der Weg dorthin führte uns durch den Wicklow Mountains National Park, wo wir noch ein paar Stopps für Caches und zum Fotografieren einlegten.
Kilkenny ist ein niedliches kleines Städtchen, was einen ein wenig ins Mittelalter zurückversetzt. Sowohl die Einrichtung unseres Hotels, als auch die Fassaden der Gebäude verliehen der Stadt einen mittelalterlichen Touch. Nicht zu vergessen natürlich die Burg – Kilkenny Castle. Den Abend verbrachten wir im „Kytelers Inn“ – hier saßen zwar keine Ritter am Tresen, dafür gab es aber 24 Sorten Bier und Cider vom Fass – tatsächlich in Irland eher Durchschnitt.




Nach den wirklich tollen Herbsttagen bisher holte uns am nächsten Tag das typische Irlandwetter ein – die Sonnenstrahlen wurden flüssig und der Himmel färbte sich in ein tristes Grau.
Genau das richtige Wetter, um eine Whiskey-Distillerie zu besuchen und etwas über diese irische Tradition zu lernen. Wir wurden also auf dem Weg vom Hotel zum Auto das Erste Mal nass und das sollte bei weitem nicht das letzte Mal in dieser Woche sein. Nach einer Weile auf Irlands Straßen, wo übrigens wie auf Malta Linksverkehr herrscht, erreichten wir das beschauliche Städtchen Midleton im Süden der Insel. Bei einer Führung durch die alte Produktionsstätte von Jameson, mit Blick auf die neue Anlage, konnten wir einiges über das hochprozentige Getränk erfahren und auch mal probieren. Noch schnell ein Tradi, ehe es weiter nach Cork ging, wo wir den Abend und die Nacht verbrachten. Cork ist durch seinen Hafen recht industriell geprägt und hat uns nicht unbedingt gefallen – die Stadt ist aber recht belebt und auch als Cacher kommt man durchaus auf seine Kosten, wenn man auf Earthcaches steht.




Am nächsten Tag folgte ein landschaftliches Highlight unserer Rundreise – der Ring of Kerry.
Der Ring of Kerry ist eine Küstenstraße im Südwesten Irlands, auf der ein Highlight das nächste jagt. Von verlassenen Anwesen über tolle Küstenabschnitte, bis hin zu schroffen Klippen und Wasserfällen gibt es hier einiges zu sehen – und links und rechts der Straße immer wieder tolle Aussichtspunkte, an denen wir auch einige Caches finden konnten. Mehr Worte braucht es zu diesem Abschnitt nicht, die Bilder sprechen für sich:







Ein Tipp noch für den Ring of Kerry: Fahrt früh genug los, besonders im Herbst und Winter reicht das Tageslicht gerade so, um die wichtigsten Punkte zu schaffen und die Cliffs of Kerry haben begrenzte Öffnungszeiten. Außerdem solltet ihr den Weg im Uhrzeigersinn fahren, denn Reisebusse fahren entgegen dem Uhrzeigersinn und sind somit nicht ständig vor Euch.
Die Cliffs of Kerry waren unser letzter Stopp für den Tag, wo wir dank eines Regenschauers bis auf die Haut klatschnass wurden. Zum Glück ging es dann direkt nach Killarney, wo wir im Murphys eincheckten und somit direkt über dem Pub unser Zimmer hatten, also trockenen Fußes vom Zimmer an die Theke kamen. Das irische Essen war heute sehr willkommen, der Irish Stew wärmte ordentlich durch und die Liveband sorgte ab 21 Uhr für traditionelle irische Musik.






Tag 6 stand ganz im Zeichen einer weiteren Touri-Attraktion, die aber zurecht eine war – die Cliffs of Moher. Diese Klippenformation im Westen Irlands zwischen Limerick und Galway zieht zahlreiche Touristen an und ist im Sommer sicher ziemlich überlaufen – zum Glück waren wir außerhalb der Saison da und hatten viel Platz für uns, sodass wir ungestört fotografieren konnten und beim Beantworten der Earthcaches niemandem im Weg standen. Zwischendurch kam sogar die Sonne kurz raus, sodass wir hier wirklich einige tolle Fotos machen konnten.




Am Abend zog es uns nach Galway – diese Stadt sollte spätestens seit Ed Sheerans Welthit „Galway Girl“ jedem ein Begriff sein. Wir erreichten die Stadt im Dunkeln und im völligen Verkehrschaos. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Hotel merkten wir schon, dass irgendwas besonderes in der Stadt los ist – die nette Rezeptionistin erklärte uns dann, dass in Galway an diesem Donnerstag „Christmas Jumper Day“ gefeiert wird. Die Studierenden holten also an diesem Tag ihre Weihnachtspullover aus dem Schrank und bevölkerten in dieser weihnachtlichen Tracht die zahlreichen Pubs und Straßen der Stadt. Nüchtern war hier keiner mehr, dennoch haben wir auch noch ein Guinness abbekommen und in dem Trubel der Nacht noch den ein oder anderen Cache ungestört loggen können.
Am vorletzten Tag in Irland führte uns der Weg zurück in die irische Hauptstadt, jedoch nicht ohne noch ein paar Zwischenstopps einzulegen. Entlang der M6 zwischen Galway und Dublin befinden sich gleich mehrere Whiskey-Distillerien, unter anderem Tullamore und die etwas bekanntere Ahascragh – bei beiden wurden noch Souvenirs abgestaubt.
In Dublin angekommen, bezogen wir das gleiche Hotel schon zu Beginn der Reise und begaben uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt, wo wir noch ein paar Earthcaches und Virtuals besuchten, ehe wir uns in einer zum Pub umgebauten Kirche mit Irish Coffee aufwärmten. Anschließend konnten wir im „Hairy Lemon Pub“ ein fantastisches Essen sowie die letzten irischen Biere genießen.



Am letzten Tag nutzten wir dann den Dublin Express, der uns reibungslos zum Flughafen brachte und anschließend ging es pünktlich mit der Lufthansa wieder nach Frankfurt, ehe wir am Abend wieder zuhause ankamen – mit tollen Erinnerungen, etwas Whiskey, vielen Funden und natürlich tollen Fotos im Gepäck.
